Natur beginnt nicht erst im Nationalpark, sondern direkt vor der Schultüre! Im Projektjahr 2026 hieß es für die Schüler*innen der Volksschulen Wolfgang-Schmälzl-Gasse (1020) und Zennerstraße (1140): „Vorhang auf für die Stadtwildnis!“
Das Bildungsprojekt der Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) zeigt Kindern, dass wir auch im dicht verbauten Stadtgebiet wertvolle Lebensräume für alle schaffen können, wenn wir vorhandene Flächen ökologisch vielfältig gestalten. Gemeinsam mit unserer Projektpartnerin „DIE UMWELTBERATUNG“ haben wir Theorie und Praxis direkt in den Schulalltag integriert. Ein besonderer Erfolgsfaktor war auch heuer wieder die Kooperation mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP). Die Studierenden brachten frische, innovative Lehrmethoden in die Workshops ein und konnten im Gegenzug wertvolle Praxiserfahrung sammeln.
Phase 1: Die Welt der kleinen tierischen Helden entdecken
In interaktiven Auftaktworkshops tauchten insgesamt sechs Klassen in die faszinierende Welt der heimischen Stadttiere ein. Im Fokus standen dabei unsere wichtigsten „Nachbarn“:
- Insekten & Bestäuber: Die Kinder erforschten den Nutzen von Wildbienen und Schmetterlingen und lernten, warum Insekten die unverzichtbare Basis für unser gesamtes Ökosystem sind.
- Vögel, Igel & Fledermäuse: Spielerisch wurden die Bedürfnisse dieser Tiere vermittelt. Vom Versteck im Gebüsch bis hin zur Nahrungssuche in der Nacht.
Die Conclusio der Kinder: Wer Insekten hilft, hilft auch Vögeln und Igeln.
Phase 2: Anpacken für eine grüneres Umgebung
Das Highlight für alle Beteiligten waren die Umsetzungstage, an denen die graue Schulumgebung ökologisch aufgewertet wurde. Mit Schaufel und Setzling verwandelten die Kinder ihre Schulumgebung in neue Erholungs- und Lebensräume:
In der Wolfgang-Schmälzl-Gasse lag der Fokus auf der Vielfalt von Sträuchern. Die Schüler*innen ergänzten bestehende Flächen mit Alpenjohannisbeere, Kornelkirsche, Brombeere und Haselnuss. Diese heimischen Gehölze dienen als wertvolle Nektarspender für Wildbienen sowie als wichtige Futterpflanzen und geschützte Nistplätze für Vögel. Zudem wurde ein neues Schulbeet mit heimischen Kräutern wie dem Wiesensalbei angelegt.
In der Zennerstraße in Penzing wurden fünf Schulbeete revitalisiert. Mit einer bunten Mischung aus heimischen Wildstauden und Wildkräutern entstanden wertvolle Lebensräume, die Insekten als wichtige Nahrungsquelle und Rückzugsort dienen. Damit der Naturschutzgedanke auch zu Hause weiterlebt, stellten die Kinder zudem „Samenzuckerl“ für den eigenen Balkon oder Garten her.
Das Feedback von Lehrkräften und Kindern war durchwegs begeistert: Die praktische Arbeit in der Erde baute Berührungsängste ab und machte den Artenschutz für die nächste Generation begreifbar. Wir bedanken uns bei allen Partner*innen und den fleißigen jungen Gärtner*innen für ihren Beitrag zu einem grüneren Wien!
© Fotos: Lukas Strasser
