Am 11. März 2026 veranstaltete die Wiener Umweltanwaltschaft gemeinsam mit Cities for Nuclear Free Europe (CNFE) sowie mehreren Partnerorganisationen (Friends of the Earth Europe, Forum Wissenschaft und Umwelt, BOKU Wien und dem Österreichischen Ökologie-Institut) ein Online-Webinar anlässlich des 15. Jahrestages des Atomunfalls von Fukushima. Zahlreiche Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil, um aktuelle Entwicklungen im Nuklearbereich zu diskutieren und einen Blick auf die Lehren aus der Katastrophe zu werfen. Eine Zusammenfassung der Programmpunkte wird hier zur Verfügung gestellt:

 

Begrüßung

Klimastadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky und Iris Tichelmann, BSc MSc von der Wiener Umweltanwaltschaft eröffneten die Veranstaltung. Sie betonten die weiterhin große Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit Atomenergie, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller energiepolitischer Debatten in Europa.

Video: Stadtrat Czernohorszky eröffnet Gedenk-Webinar: 15 Jahre Fukushima

 

FukushimaVideoGlobal Strahlenwarnung 128Auswirkungen eines möglichen Atomunfalls auf Österreich

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem ein neues Video von Global 2000 veröffentlicht, dass mögliche Auswirkungen eines schweren Atomunfalls in der Nähe Österreichs veranschaulicht. Das Video wurde von der Wiener Umweltanwaltschaft beauftragt und ist auch auf unserem Youtube-Kanal abrufbar. 

 

Status der Atomenergie 15 Jahre nach Fukushima

Mag.a Patricia Lorenz (Friends of the Earth Europe) gab einen Überblick über die Entwicklung der Atomenergie weltweit seit der Katastrophe von Fukushima. Während einige Länder weiterhin auf Atomkraft setzen oder deren Ausbau planen, haben andere Staaten den Ausstieg beschlossen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Neubauten und viele bestehende Reaktoren nähern sich dem Ende ihrer Laufzeit. Die energiepolitische Zukunft der Atomkraft bleibt daher stark umstritten.

Präsentation

 

Der Unfall von Fukushima – gezogene und nicht gezogene Lehren

Dr. Nikolaus Müllner vom Institut für Risiko- und Sicherheitswissenschaften der BOKU Wien analysierte den Unfallhergang von Fukushima und diskutierte, welche sicherheitstechnischen und regulatorischen Konsequenzen daraus gezogen wurden, und welche noch offen sind. Sein Vortrag zeigte, dass zwar einzelne Verbesserungen umgesetzt wurden, grundlegende Risiken der Nukleartechnologie jedoch weiterhin bestehen.

 

CNFE – Mehr denn je

Dipl.-Ing. Jan Dictus stellte die Arbeit des Netzwerks Cities for Nuclear Free Europe (CNFE) vor. Angesichts neuer geopolitischer Entwicklungen und Debatten über Atomkraft in der Energiepolitik ist die Zusammenarbeit von Städten und Regionen gegen nukleare Risiken wichtiger denn je. Das Netzwerk setzt sich weiterhin für atomfreie Energiepolitik, Sicherheit und Transparenz ein.

Präsentation

 

Klima, Atome & Allianzen

DI Rupert Christian und DI René Bolz vom Forum Wissenschaft und Umwelt präsentierten zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22). Sie beleuchteten die Rolle der Atomenergie in der Klimadebatte und analysierten politische Allianzen und Argumentationslinien. Dabei wurde deutlich, dass Atomkraft zunehmend als vermeintliche Klimaschutzlösung positioniert wird, obwohl zahlreiche ökologische, wirtschaftliche und sicherheitstechnische Fragen offenbleiben.

Präsentation

 

Wohin mit den radioaktiven Abfällen? Endlagersuche in der EU

Mag.a Gabriele Mraz vom Österreichischen Ökologie-Institut stellte eine Studie zur Endlagersuche in der Europäischen Union vor, die im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft erstellt wurde. Der Vortrag zeigte, dass viele Staaten weiterhin nach langfristigen Lösungen für hochradioaktive Abfälle suchen und gesellschaftliche Akzeptanz, Sicherheitsfragen und Finanzierung zentrale Herausforderungen darstellen.

Präsentation

 

Fukushima – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Dipl.-Phys. Heinz Smital von Greenpeace sprach über die Auswirkungen der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Er zeigte klar die Grenzen der Dekontaminationsmaßnahmen in der Region auf. Es gibt nach wie vor viele Hotspots mit erhöhten Strahlenwerten. Darüber hinaus wurden nicht in der ganzen Region strahlenmindernde Maßnahmen gesetzt. Dadurch kommt es immer wieder zu verstärktem Eindringen von radioaktiver Strahlung, beispielsweise durch Starkregenereignisse. Heinz Smital erzählte auch, unter welchen schwierigen Bedingungen viele Einwohner*innen von Fukushima versuchten, wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren.

Die Veranstaltung bot somit einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen rund um Atomenergie, Sicherheit und Entsorgung sowie über politische Debatten in Europa und der Welt.

 

Weitere Informationen: 

Video: Von AKW umzingelt: Was ein Atomunfall für Österreich bedeuten würde 

Presseaussendung: EU-Schwenk pro Atomkraft - Czernohorszky: „EU schlägt einen gefährlichen Weg ein!“

 

©  Begrüßungsvideo: Stadtrat Czernohorszky und Team, Video  "Von AKW umzingelt: Was ein Atomunfall für Österreich bedeuten würde" und Bild: Global 2000 und Wiener Umweltanwaltschaft (Hinweis: Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Video, Bild und Video wurden mithilfe von KI erstellt und von der Redaktion von Global 2000 bearbeitet.)

 

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