Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Strategie für Small Modular Reactors (SMR), die 2026 präsentiert werden soll. Das Städtenetzwerk Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE) mit Wiener Vorsitz und die WUA haben sich in diesen Prozess eingebracht, um auf Risiken und unrealistische Erwartungen rund um SMR aufmerksam zu machen. Ebenso wurde die Bedeutung eines schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien betont. 

atomkraftwerk wikicommons 128Wie bereits umfangreich von der WUA beschrieben, gelten SMR als neues, bislang jedoch unerprobtes Reaktorkonzept. Sie sollen von der Leistung her kleiner sein als aktuelle Reaktortypen und darüber hinaus eine modulare Bauweise aufweisen. Allerdings existiert bis heute keine kommerziell eingesetzte Anlage. Viele Entwicklungsprojekte wurden in den letzten Jahren wegen technischer Schwierigkeiten oder mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt. Die Vorstellung, dass SMR einen relevanten Beitrag zu den europäischen Klimazielen bis 2050 leisten könnten, ist daher wenig realistisch. Bevor neue Reaktorlinien in Serienproduktion gehen können, müssen sie erst langwierig geprüft und getestet werden. Dies ist ein Prozess, der Jahrzehnte dauern kann.

Zusätzlich wirft die Technologie erhebliche Sicherheitsfragen auf. Eine Analyse der WUA zeigt, dass für wirtschaftlichen Betrieb hunderte solcher Reaktoren errichtet werden müssten. Damit würden zwangsläufig viele Anlagen in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten entstehen und damit neue Sicherheitsrisiken einhergehen. Die vollständige Studie bietet einen detaillierten Überblick über technische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Herausforderungen der SMR.

Keine Alternative zum Ausbau erneuerbarer Energien

Während Atomkraft weiterhin mit hohen Kosten, langen Bauzeiten und ungelösten Entsorgungsfragen verbunden ist, entwickeln sich erneuerbare Energien dynamisch und wirtschaftlich deutlich attraktiver. Windkraft und Photovoltaik haben in den vergangenen Jahren einen markanten Preisverfall erlebt und ermöglichen einen raschen, kostengünstigen Ausbau. Allein 2024 wurden in der EU rund 80 GW Leistung im erneuerbaren Bereich installiert. Insgesamt gibt es bereits rund 850 GW. Verglichen mit etwa 100 GW im gesamten europäischen Nuklearbereich, ist das Potenzial der Erneuerbaren somit ungleich höher.

Die WUA warnt gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen davor, finanzielle Ressourcen in Technologien zu binden, die weder rechtzeitig verfügbar noch wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es Maßnahmen, die rasch wirken. Der Ausbau von Wind, Sonne und anderen nachhaltigen Energieformen ist dafür der effektivste Weg.

 

© Foto: Wikimedia Commons

TPL_WUA_ADDITIONAL_INFORMATION