Bei der Besprechung in Pressburg (Bratislava) diskutierte die Österreichische Seite mit Experten der Slowakischen Nuklearaufsichtsbehörde (UJD – Úrad Jadrového Dozoru), des Betreibers (Slovenské elektrárne),der Planungsgesellschaft (VUJE- (Výskumný ústav jadrových elektrární) und dem Hersteller des Druckbehälters (Škoda Nuclear Engeneering).
Das Treffen war technischer Natur. Sehr konstruktiv diskutierten die Experten beider Seiten Fragen zur Qualifikation des Reaktordruckgefäßes sowie unmittelbar damit im Zusammenhang stehender Systeme. Dabei wurde intensiv über
- die Dokumentation,
- die Lagerung (die Reaktordruckgefäße für Mochovce 3 und 4 wurden bereits vor etlichen Jahren hergestellt),
- die Qualitätssicherung bei der Herstellung,
- den Vergleich zu Reaktordruckgefäßen in anderen Reaktoren desselben Typs (WWER 440/213),
- die Toleranzmargen im Rahmen der Produktion und im Vergleich zum ursprünglichen Design,
- Fragen der Überprüfung und Datenerfassung im Betrieb,
- die unterlegten Berechnungsmethoden für die verwendeten Modelle,
- die Validität und Sensitivität der geplanten Überprüfungsmethoden,
- zukünftig zu erwartende Neutronen-Belastung des Bauteils anhand der geplanten Brennstoffwechselschemata und Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Betrieb
diskutiert.
Im Zuge des Treffens konnte die slowakische Seite den ganz überwiegenden Teil der Fragen der Österreichischen Seite beantworten, beziehungsweise durch die nötigen Unterlagen die Nachvollziehbarkeit der Aussagen zu den jeweiligen Fragenkomplexen zur Verfügung stellen.
Das Treffen war eines einer ganzen Reihe von (außerordentlichen) technischen Treffen im Rahmen des Nuklearinformationsabkommens der Slowakischen Republik mit der Republik Österreich zu Themen die im UVP-Verfahren zu Mochovce 3 und 4 als offene Punkte (Punkte mit weiterem Gesprächsbedarf) identifiziert wurden.
Die WUA ist aus einer Reihe von Gründen gegen die Fertigstellung der Blöcke 3 und 4 am Standort Mochove und lehnt die Nutzung der Kernenergie grundsätzlich ab. Zusätzlich zu den Bemühungen den Ausstieg aus der Kernenergie in Europa voranzutreiben, wird ganz konkret versucht, zumindest ein möglichst hohes Sicherheitsniveau gegenwärtig nicht zu verhindernder KKW zu gewährleisten.
