Reaktoren der 4. Generation
Die ExpertInnen waren sich einig, dass der überwiegende Teil der als neu propagierten Konzepte der Reaktoren der 4. Generation bereits in der Vergangenheit auf Grund gravierender technischer Nachteile und Schwierigkeiten nicht weiter verfolgt wurde. Die Konzeptansätze beinhalten schnelle Reaktoren, Hochtemperaturreaktoren und solche die als Brutreaktoren für die Herstellung von Uran-233 oder Plutonium-239 geeignet sind. Das Risiko der Proliferation wird daher im Vergleich zu heutigen Reaktoren nicht geringer. Die Pläne befinden sich alle in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und sind genauso wie die bereits bestehenden Reaktordesigns von Brennstoffvorräten abhängig, deren Ende schon heute absehbar ist.
Auch mit den hypothetisch Reaktorkonzepten der 4. Generation können die wesentlichen Punkte wie Sicherheit, Nachhaltigkeit und das „brennende“ Problem der radioaktiven Abfälle nicht gelöst werden. Die oft zitierte Transmutation der Abfälle scheint im notwendigen großtechnischen Stil das zu bleiben was sie immer war – eine Utopie.
Kernfusion
Der Fusionsteil der Konferenz ließ keinen Zweifel daran, dass die Kernfusion schon auf Grund der Zeitskala nicht in der Lage sein wird, einen Beitrag zu unseren jetzigen Klimaschutzzielen zu leisten. Sollte die Kernfusion nach 2050 zur Verfügung stehen, so ist heute nicht absehbar, ob die Nutzung als Energiequelle notwendig oder wirtschaftlich sein wird. Auch bei den für die Kernfusion benötigten Materialien gibt es gewisse limitierende Faktoren. Diese betreffen zwar nicht den Brennstoff, aber die Materialen für den Reaktor. Voraussichtlich werden seltene Metalle in Stahllegierungen benötigt. Die Mittel zur Kernfusion finanzieren in Österreich nach Aussage der involvierten Wissenschafter vor allem Grundlagenforschung. Bezüglich des Proliferationsrisikos wird bemerkt, dass hypothetische Kernfusionskraftwerke zwar technisch gut für die Materialgewinnung für Kernwaffen geeignet sind, jedoch andere - technisch wesentlich weniger anspruchsvolle - Verfahren heute bereits verfügbar sind. Kernfusion wird aller Voraussicht nach weder eine unerschöpfliche noch eine wirtschaftlich günstige Energiequelle werden.
Schlussfolgerungen
Wir verfügen über die technischen Möglichkeiten den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Diese Lösungen findet man jedoch entgegen der Beteuerungen der Nuklearindustrie nicht im Bereich der Kernenergie. Einzig und alleine erneuerbare Energieträger bieten die erforderlichen Potenziale für eine nachhaltige und damit sichere Energiezukunft.
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