Zwischen den Städten Nitra und Levice in der Slowakischen Republik befindet sich das Atomkraftwerk Mochovce. Der Baubeginn des weniger als 150 Kilometer Luftlinie von Wien entfernten Kernkraftwerks stammt aus dem Jahr 1981. Durch verschiedene Schwierigkeiten verzögerte sich der Bau der ursprünglich vier geplanten Reaktorblöcke der sowjetischen Baureihe WWER-440/213 so weit, dass erst im Jahr 2000 der zweite und vorläufig letzte Block ans Netz gehen konnte.
Die Diskussionen über die Fertigstellung der teilweise gebauten Blöcke 3 und 4 sind jedoch nach wie vor im Gang und haben in letzter Zeit wieder an Intensität gewonnen. Die Fertigstellung würde bedeuten, dass die Anlage - abgesehen von kleinen Verbesserungen - dem anlagentechnischen Stand der späten 1970er-Jahre entspricht und die Anzahl der Atomreaktoren in der näheren Umgebung zu Wien erhöht wird. Dass die Anlage im teilfertigen Zustand vor Ort steht und bereits seit vielen Jahren Alterungsprozessen unterworfen ist, stellt ein weiteres nicht zu vernachlässigendes Problem dar.
Die Wiener Umweltanwaltschaft als Atomschutzbeauftragte Wiens bringt deshalb gemeinsam mit den Atomschutzbeauftragten der Länder Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich gegen die Pläne zur möglichen Fertigstellung des KKWs Mochovce ihre Bedenken zum Ausdruck. Weiters wird gefordert, dass den potenziell Gefährdeten zumindest das Recht gewährt wird, ihre Sorgen und Einwendungen in den Entscheidungs- und Genehmigungsprozess förmlich einzubringen. Die Berufung auf eine bestehende und verlängerte Baugenehmigung aus den 1980er-Jahren ist sicher nicht geeignet, das Vertrauen in eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit Problemen und entsprechende Sicherheitsstrukturen des Projektes zu fördern.
Kernkraftwerk Mochovce - Detailbeschreibung
