Die Stationen des Strahlenfrühwarnsystems sind nicht in der Lage eine derartig geringe Erhöhung – etwa um ein Zehntausendstel – gegenüber der üblichen natürlichen Hintergrundstrahlung zu registrieren. Bei anderen künstlichen Isotopen konnte keine Erhöhung festgestellt werden.

Andere europäische Messstationen, etwa aus Deutschland, Tschechien, Polen und Schweden bestätigen die österreichischen Messungen. Die Quelle des aufgetreten 131I ist zur Zeit unbekannt. Auf Grund der vorliegenden Ausbreitungsrechnungen des Lebensministeriums liegt die Vermutung nahe, dass sie sich im Südosten Europas befindet.

Die österreichischen Behörden halten mit den zuständigen Stellen in den anderen europäischen Staaten laufenden Kontakt, um gemeinsam den Vorfall zu klären.

Eine gesundheitliche Gefährdung durch die geringen aufgetretenen Mengen 131I kann völlig ausgeschlossen werden.

Eigenschaften von 131I

131I ist ein künstlich erzeugtes radioaktives Isotop des Jod. Es hat eine Halbwertszeit von etwa acht Tagen und zerfällt über einen β- Zerfall im häufigstem Fall mit einer Endpunktsenergie von 0,6 MeV in das stabile Xenon Isotop 131Xe. 131I entsteht etwa bei der Kernspaltung in Leistungsreaktoren oder in der Folge der Zündung von Kernwaffen. Der Nachweis dieses Isotops ist bereits bei sehr geringen Mengen möglich, da es natürlich (praktisch) nicht vorkommt und in der Vergangenheit aufgetretene Depositionen durch die kurze Halbwertszeit sehr schnell verschwinden. (Es besteht also kein schwankender Hintergrund wie etwa beim ebenfalls künstlich erzeugtem 137Cs.)

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