9 Cent pro Tag für einen durchschnittlichen Haushalt sind überschaubare Kosten um jenes Instrument anzuwenden, das als einziges garantiert das Ende der Kernenergie bedeutet und sich einfach umsetzen lässt.
Wie verhindert man neue KKW?
Zur Genehmigung neuer KKW bedarf es einer Reihe von Verfahren, an denen sich zum Teil auch die Bürger/innen der Nachbarstaaten beteiligen können. Hier ist es möglich seine Bedenken einzubringen. Mit dem Instrument der Beteiligung kann oft die Verbesserung der Sicherheit von Projekten erreicht werden. Eine Verhinderung der Projekte ist auf diesem Weg hingegen unmöglich.
In einem gemeinsamen und grenzüberschreitenden Strommarkt gibt es aber ein mächtiges Instrument, das nicht an Verfahren Fristen und Terminen hängt. Durch die freie Wahl des Stromanbieters kann der Bau neuer KKW verhindert werden. Denn wenn kein Atomstrom gekauft wird, kann auch keiner verkauft werden und die in unseren Nachbarländern für den Export konzipierten Anlagen sind nicht rentabel.
Durch den Kauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen initiiert man Investitionen in mehr erneuerbare Energiequellen. Das Potential ist vorhanden, am Markt muss nur das Signal gegeben werden es zu heben.
Ausstieg und Neubau in Europa
In einer beträchtlichen Anzahl an Ländern mit KKW hat die Katastrophe in Fukushima zu einem Umdenken geführt. Deutschland als bedeutende Industrienation beschleunigt den erst vor Kurzem auf die lange Bank geschobenen Ausstieg aus der Kernenergie. 2022 soll das letzte deutsche KKW vom Netz gehen.
Wenn das ohne Stromimporte umgesetzt werden kann, wird Deutschland nicht nur einen großen technologischen Vorsprung im Bereich erneuerbarer Energieträger und intelligenter Stromnetze haben, sondern es wird auch das Märchen von der Notwendigkeit der Kernenergie endgültig widerlegt.
Spätestens 2034 wird auch in der Schweiz das letzte KKW vom Netz genommen. Nach den Ereignissen in Japan hat man hier wohl am schnellsten reagiert und mit fundierten Analysen mit den Überlegungen zum Ausstieg schon unmittelbar nach dem 11. März begonnen. Italien hat per Referendum entschieden, nicht wieder in die Kernenergienutzung einzusteigen. Damit haben die Italiener den Kernenergieplänen ihrer nuklearfreundlichen Regierung mit einer überwältigenden Mehrheit ein Ende gesetzt. Sogar in der Kernenergienation Frankreich beginnt sich Widerstand zu regen.
Tschechien, die Slowakei und Ungarn wollen jedoch in neue Reaktoren investieren. Polen möchte 2020 sein erstes Kernkraftwerk ans Netz bringen. Die neuen Anlagen sind für den Export ausgelegt.
Mehr Informationen:
Informationsblatt der WUA zum persönlichen Atomausstieg (79-KB-PDF)
Europa nach der Katastrophe von Fukushima (WUA 06/2011)
