Am 28. August 2008 wurde erhöhte Radioaktivität in der Umgebung gemessen. Der Ausstoß von radioaktivem Material soll zwar sehr gering gewesen sein, doch da er sich über den Zeitraum von einigen Tagen erstreckte, stiegen die Werte stetig an. Der Störfall wurde mit der Stufe 3 („ernst“) der siebenteiligen internationalen INES-Skala eingestuft. Daher hat die belgische Atomaufsichtsbehörde (AFCN) das Ereignis als den bisher schwersten atomaren Störfall in der belgischen Geschichte bewertet.

Erst Tage nach dem radioaktiven Austritt hat die belgische Regierung die Bevölkerung in der Umgebung des Forschungsinstituts zur Vorsicht aufgerufen. An die Bewohnerinnen und Bewohner im Umkreis von fünf Kilometern erging der Appell, kein Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen und kein Wasser aus Brunnen oder Milch dort weidender Kühe zu trinken.

Bei dem entwichenen Jod-131 handelt es sich laut IAEA um ein sehr kurzlebiges radioaktives Material, das in freier Umgebung höchstens acht Tage lang gefährlich sein kann.

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