Das KKW dessen Anfänge in den 1980-er Jahren liegen umfasst zur Zeit zwei im Betrieb befindliche Reaktoren des Typs WWER 440-213 (EMO 1 und EMO 2). Die beiden Reaktoren wurden vor ihrer Fertigstellung auf Empfehlung internationaler Experten und auf Grund der Proteste der Öffentlichkeit - auch in Österreich - im Bereich der Sicherheit verbessert.
Block 1 und 2
Die Leistungserhöhung der Blöcke EMO 1 und 2 ist seit 2007 Gegenstand eines grenzüberschreitenden UVP-Verfahrens. Im Rahmen eines bilateralen Konsultationstreffens wurden die häufigen Pannen sowie die technischen Aspekte des Projekts thematisiert.
Block 3 und 4
Die Betreibers wollen die ursprüngliche Baubewilligung aus dem Jahr 1986 nutzen, um die zwei teilfertigen Reaktorblöcke fertig zu stellen. Damit würde sich die Kapazität zur Stromerzeugung aber auch das radioaktive Inventar am Standort verdoppeln. Unter Verweis auf einen mehr als 20 Jahre alten Baubescheid verweigert die Slowakei bis jetzt die Durchführung eines UVP-Verfahrens. Mit dieser Verweigerung unterläuft das EU-Mitglied Slowakei die Intention der UVP-Richtlinie (337/1985/EWG), wonach solche Vorhaben jedenfalls einem UVP-Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zu unterziehen sind. Für eine Umweltverträglichkeitsprüfung spricht auch, dass sich das Projekt in wesentlichen Punkten von dem in den 1980-er Jahren geplanten Vorhaben unterscheidet.
Standpunkt der WUA
Kernenergie ist keine nachhaltige Lösung der Energieversorgung, sondern im Gegenteil, sie birgt beträchtliche Gefahren. Gelder die heute für den Ausbau der Kernenergie zur Verfügung gestellt werden, fehlen für den Umstieg auf erneuerbare und nachhaltige Energiesysteme. Auch wenn die Wahl der Energieversorgung eine nationale Entscheidung ist, muss bei potentiell grenzüberschreitend gefährlichen Anlagen ein höchstmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet werden. Ohne die Transparenz im Zuge der Beteiligung von Expertinnen und Experten und der Öffentlichkeit ist die Erfüllung dieser Forderung nach Sicherheit zumindest gefährdet. Die WUA fordert daher ein grenzüberschreitendes UVP-Verfahren zur Errichtung der Blöcke 3 und 4 in Mochovce, falls von diesem Vorhaben nicht Abstand genommen wird – was aus Sicht Wiens die beste Lösung wäre.
Mehr Informationen:
Umweltbundesamt - Aktuelle Informationen zur Leistungserhöhung Mochovce 1 und 2
Stellungnahme der WUA zur Leistungserhöhung im KKW Mochovce (46-KB-PDF)
