Am 25. März 2007 feierte Europa das 50-jährige Jubiläum der Römischen Verträge. Mit diesen Verträgen wurde von Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden der Grundstein für die Europäische Union gelegt. 50 Jahre Europäische Union sind trotz Divergenzen 50 Jahre Entwicklung in Wohlstand und Frieden einer stetig wachsenden Staatengemeinschaft.
50 Jahre Römische Verträge, bedeutet aber auch 50 Jahre EURATOM Vertrag. Der Vertrag, welcher Primärrecht der Europäischen Gemeinschaft ist, wurde im Gegensatz zu anderen Verträgen, im Laufe seines Bestehens, keinen wesentlichen Änderungen unterzogen. Die Euratom spiegelt nach wie vor die Begeisterung für Atomenergie der 1950-er Jahre wider. Einerseits enthält der Euratom Vertrag aktuelle und wichtige Themen wie Sicherheitsnormen zum Schutz der Gesundheit sowie Forschung und internationale Zusammenarbeit, andererseits beinhaltet er Maßnahmen und Rahmenbedingungen zur Förderung und zum Ausbau der Kernenergie, die nicht mehr zu rechtfertigen sind.
Auch wenn derzeit etwa ein Drittel des Stroms der Europäischen Gemeinschaft aus Kernkraft stammt, ist es unverantwortlich einen bedeutenden Teil der heutigen Energiepolitik und die Verwendung erheblicher finanzieller Mittel an jenes ein halbes Jahrhundert alte Vertragswerk zu binden.
Wir wissen aus schmerzvoller Erfahrung, dass AKW-Unfälle eine verheerende und unkontrollierbare Auswirkung auf den Menschen und seine Lebensgrundlagen haben. Auch der weltweit - kaum nennenswerte - Beitrag der Kernkraft zum Klimaschutz ist mit den vorhandenen Uran-Vorräten nicht einmal bis zum Ende des Jahrhunderts aufrecht zu erhalten. Diese kurze Periode der Energiebereitstellung durch Kernkraftwerke wird - auch bei optimaler Funktion – durch die unvermeidbaren radioaktiven Abfälle zukünftige Generationen für Jahrtausende gefährden und in ihrem Handeln beeinträchtigen.
Ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Europa muss die Entwicklung der letzten 50 Jahre auch in diesem Bereich zur Kenntnis nehmen. Eine Reform der EURATOM ist die Minimalvariante, auch wenn die eigentliche Frage ist, ob Europa in Zukunft eine von der Mehrheit der Unionsbürger (PDF) abgelehnte und von der großen Mehrheit der Staaten der Welt nicht verwendete Energieform weiterhin fördert.
