Neben den verheerenden Folgen für die Kernzone des Unfalls ist auch in Teilen Finnlands die Strahlenbelastung nach wie vor so hoch, dass gewisse Produkte dieser Regionen nicht verwendet werden können. Auch in Österreich wird noch immer eine erhöhte – jedoch gesundheitlich unbedenkliche - Strahlung bei Wild und Pilzen beobachtet.
Lehren aus der Katastrophe
Der letzte der Blöcke 1 bis 3 des KKW Tschernobyl lief noch bis ins Jahr 2000. Auch die Bauarbeiten an den Blöcken 5 und 6 wurden nach dem GAU in Block 4 noch einige Zeit weitergeführt. Die Ukraine betreibt 17 Reaktoren an 4 Standorten und plant die Errichtung weiterer. Für die Eindämmung der Folgen der Katastrophe von 1986 ist allerdings zu wenig Geld vorhanden. Auch Weißrussland benötigt seit Jahren internationale Gelder um die Folgen des GAUs eindämmen zu können. Für das derzeit in Planung befindliche erste KKW in Weißrussland scheint hingegen genügend Geld vorhanden zu sein.
Heute sind weltweit noch etwa ein Dutzend Reaktoren vom Typ Tschernobyl in Betrieb. Litauen hat unter Protest den Betrieb seines Reaktors vom Tschernobyltyp im Rahmen seiner EU-Beitrittsvereinbarungen 2009 eingestellt.
Ausblick
Weltweit versucht die Nuklearindustrie ihr endgültiges Ende durch das Herbeireden einer real nicht stattfindenden Renaissance der Kernenergie zu verhindern. Dabei wird auf die (fragwürdigen) CO2-Einsparungen durch Kernenergie hingewiesen. Zur Zeit tragen 438 Reaktoren zwischen zwei und drei Prozent zum Weltenergiebedarf bei, 85 Prozent decken fossile (also zu ersetzende) Energieträger. Der Anteil der Erneuerbaren Energieträger zur Energieversorgung beträgt weltweit bereits ein Vielfaches des Anteils aus Kernenergie.
Derzeit verwandelt die Kernenergie jährlich etwa 68.000 Tonnen Uran in hoch radioaktiven Abfall. Eine in der Praxis umgesetzte Lösung für diesen Abfall gibt es auch nach 56 Jahren Nutzung der Kernenergie nach wie vor nicht.
Mehr Informationen:
Detailinformationen der WUA über das zerstörte/stillgelegte KKW Tschernobyl
Detailinformationen der WUA über die Reaktorkatastrope von Tschernobyl
