Die WUA stellt sich vor

Newsflash

Die Wiener Umweltanwaltschaft folgt den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und ist bis auf Weiteres ausschließlich telefonisch unter 01/37979-88985 und per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar!

Umwelttipp der Woche

Fliegst du fort, dann bleib lange dort 
Ins Flugzeug zu steigen, ist die umweltbelastendste Form der Fortbewegung. Ein Flug auf die Malediven bedeutet 3 Tonnen CO2-Emissionen, wobei der/die durchschnittliche Österreicher/in 10 Tonnen CO2 im ganzen Jahr emittiert. Wenn man also weg fliegt, dann sollte man dies zumindest nicht für einen Wochenendtrip tun, sondern sich dann auch Zeit nehmen, das Land kennenzulernen, das man bereist. 

Am 26. November 2007 wurde im KKW Asco 1 (Spanien) durch einen Fehler radioaktive Flüssigkeit freigesetzt. Die umfassende Information über den Vorfall wurde vom Betreiber bis zum April 2008 zurückgehalten. Der Störfall zählt zu den schwersten in der Geschichte der spanischen Kernenergienutzung.  

Der Betreiber gab im November 2007 gegenüber der spanischen Aufsichtsbehörde CSN die Freisetzung von Aktivität im Ausmaß von 235  kBq (Kilo-Becquerel) bekannt. Wie sich jedoch Monate später herausstellte, betrug die tatsächliche freigesetzte Aktivität 84,95 MBq (Mega-Becquerel). Somit wurde der Vorfall auf Stufe 2 der 7-teiligen INES Skala eingestuft. Zur Zeit werden etwa 800 Personen auf etwaige Kontaminationen medizinisch untersucht. 

Bei den beiden im Nordosten von Spanien gelegenen Reaktoren am Standort Asco handelt es sich um Druckwasserreaktoren der amerikanischen Firma Westinghouse, mit einer elektrischen Leistung von je etwa 1000 MW. Der Bau des Kraftwerks wurde Mitte der 1970-er Jahre begonnen. Die beiden Reaktoren sind seit Mitte der 1980-er Jahre in Betrieb.

Verschleierungsversuche statt Information  

Der Vorfall zeigt deutlich, dass die umfassende Information und das Verantwortungsbewusstsein seitens der Betreiber nicht ausgeprägt sind. Wie bereits die Ereignisse in Deutschland und Schweden zeigten, wird auch bei einer Hochrisiko-Technologie wie es die Kernkraft ist, Gewinnstreben über das Prinzip „Sicherheit zuerst“ gestellt. Informationen kommen oft nur verspätet und durch den Druck unabhängiger Institutionen ans Tageslicht.

Atomausstieg in Spanien 

In Spanien wurde - so wie in Österreich und Deutschland - die gesetzliche Basis geschaffen, die die Errichtung von Atomkraftwerken untersagt. Auch wenn die Errichtung neuer KKW verboten ist, sind zur Zeit in Spanien sieben KKW in Betrieb. Bis zu deren Schließung sind Störfälle wie der in Asco 1 nicht auszuschließen. Der Ersatz der Kernenergie wir jedoch in Spanien bereits heute voran getrieben. Erneuerbare Energiequellen - vor allem Sonnenenergie (Photovoltaik und Solarthermie) sowie Windkraft - werden in Spanien nach dem hoffentlich baldigem Betriebsende der KKW sauberen, sicheren und nachhaltigen Ersatz schaffen.

TPL_WUA_ADDITIONAL_INFORMATION