Bahnanlagen
Gleisanlagen und Bahndämme können wunderbare Verbindungen zwischen Grünflächen der Stadt darstellen. Sie bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Wanderungs- und Verbreitungsmöglichkeiten. Auf den unverbauten Strecken der Wiener Schnellbahn- und U-Bahnlinien zahlt es sich aus, aus dem Fenster zu sehen.
Auch auf der Strecke zwischen Atzgersdorfer Straße und Hetzendorf und zwischen den Stationen Strandbäder und Floridsdorf ist der Bahndamm mit Stauden und Buschgruppen schön bewachsen. Wenn man mit der S80 von Hirschstetten zur Hausfeldstraße fährt, kann man entlang der Guido-Lammer-Gasse einen schönen Bahndamm mit vereinzelten Bäumen und Sträuchern bewundern. Sehenswert ist auch der steile Bahndamm der Pottendorferlinie zwischen Inzersdorf und Blumental. Ein dichter Bestand aus Weichseln, Rosen und sogar Maulbeeren führt ein Stück entlang des Stadtwanderweges 7. An der Liesing, die hier von der Pottendorferlinie gekreuzt wird, finden sich einige Flächen, auf denen sich interessante Gstett’n entwickeln. Wer mit der U4 nach Heiligenstadt fährt, kann im Schotter links und rechts der Gleise zahlreiche Pionierpflanzen sehen. Die Böschungen am Ausgang zur Muthgasse werden nur einmal jährlich gemäht und erwecken so den Eindruck von Ruderalflächen. Die Disteln werden von Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Insekten besucht, im Spätsommer kann man Stieglitze beobachten, die sich über die reifen Samen freuen. Auch im Randbereich mancher Bahngebäude und Remisen finden sich beim genauen Hinschauen Gstett’n. Der ehemalige Bahnhof Breitenlee zwischen Thujagasse und Azaleengasse/Agavenweg im 22. Bezirk sollte am Ende der Monarchie ein großer Verschubbahnhof werden. Heute sind die Bemühungen, diese "klassische Bahnbrache" unter Schutz zu stellen, größer denn je. Zahlreiche Trampelpfade führen durch die "Savanne" mit den vielen Gehölzgruppen und Einzelbäumen – meist Pappeln, Rosen, Waldreben und Brombeeren. Man sieht die Spuren verschiedener Nutzungen, wie eine von Kindern angelegte BMX-Bahn und einen Hochstand sowie die faszinierenden Reste der Gleisanlagen und einer Brücke. Interessant ist das Vorkommen der streng geschützten und für Wien prioritär bedeutenden Spatzenzunge, einer Vertreterin der Seidelbastgewächse, die bei weiterem Zuwachsen des Areals als konkurrenzschwache Art verschwinden könnte. An der Alberner Hafenzufahrtsstraße liegen Gleise in einer langgezogenen Senke. Da hier nur selten Züge verkehren, sind die Ränder dicht mit Waldrebe, Götterbaum und Gräsern bewachsen. Eine kleine Gstett'n liegt nordwestlich der ÖBB-Hauptwerkstätte Jedlersdorf an der Pragerstraße.



